Ordination und Gesundheitsportal Dr. Peter Hintermüller
 

Ordination Dr. Peter Hintermüller

Durchsuchen Sie unsere Seiten!

Der Krebsabstrich (zytologischer Test nach Papanicolaou)

 

Methode
Wozu dient der Zellabstrich?
Zellabstrich - wie oft?
Erinnerung zur Vorsorge per E-Mail
Ergebnis des Zellabstriches
Zellveränderungen
Ursachen für die Entstehung des Gebärmutterhals-
und Muttermundkrebses

Zellabstrich

 
Ich möchte mit der folgenden Information Ihre eventuelle Besorgnis zerstreuen und Ihnen kurz den Sinn des Abstriches und die häufigsten Ursachen von Unklarheiten darlegen.
 
Die Methode
Beim Krebsabstrich, der eigentlich "Zellabstrich" heißen sollte, werden mit einer Art Wattestäbchen oder einem Bürstchen Zellen von der Oberfläche des Muttermundes und des Gebärmutterhalskanals (nach der Gebärmutterentfernung von der Scheide) entnommen und anschließend in einem zytologisches Labor auf Zellveränderungen durchsucht. Der Abstrich wird zunächst fixiert und anschließend nach der Methode von Papanicolaou eingefärbt, um die Zellveränderungen im Mikroskop besser beurteilen zu können.
 
Wozu dient der Zellabstrich?
Der Zellabstrich dient der Vorsorge und Früherkennung des Muttermundkrebses, einer der häufigsten Krebsarten der Frau. Dabei lassen sich Zellveränderungen so früh nachweisen, dass rechtzeitig therapeutische Maßnahmen ergriffen werden können, bevor ein bösartiger Tumor des Gebärmutterhalses entsteht. 

Zellabstrich - wie oft?
Abstriche sollten bei unauffälligem Befund jährlich einige Tage nach der Regelblutung erfolgen, natürlich auch im Wechsel, nach Ausbleiben der Menstruation. Nur durch regelmäßige Kontrollabstriche kann der Gebärmutterhalskrebs rechtzeitig erkannt und behandelt werden.
Wir erinnern Sie gerne per E-Mail an Ihren nächsten Vorsorgetermin (zur Anmeldung)!
Laut Angaben des Gesundheitsberichtes 2000 wurden 1999 bei 481 Frauen bösartige, invasive Neubildungen des Gebärmutterhalses diagnostiziert. 1989 waren es noch 763 Fälle, das bedeutet einen Rückgang von 43.4%. Nur 9.6% aller bösartigen Neubildungen der Gebärmutter weisen bei ihrer Entdeckung noch ein fortgeschrittenes Stadium auf. 30.5% werden bereits im Vorstadium erkannt, was vor allem auf die vermehrte Inanspruchnahme der Vorsorgeuntersuchung, also den Krebsabstrich, zurückzuführen ist. 

zum Seitenanfang
Ergebnis des Zellabstriches:
Das Ergebnis dieser Untersuchung wird in fünf Hauptstufen eingeteilt.
* PAP = Papanicolaou
PAP* I   Pap-Färbung   Normales Zellbild
PAP II Normales Zellbild, jedoch vermehrtes Vorkommen von Leukozyten und/oder Mikroorganismen. Unwesentliche Zellveränderungen.
PAP III
Untergruppe PAP IIID
Zweifelhafter Befund. Möglicherweise Zellveränderungen, die weiter untersucht werden müssen. Kontrolluntersuchungen nach 6-8 Wochen notwendig.
PAP IV
Untergruppen PAP IVa und IVb
Pathologische Zellveränderungen. Verdacht auf Krebs. 
Sofortige Intervention notwendig: "Konisation". Dabei wird in Vollnarkose ein Gewebekegel aus dem Gebärmutterhals entnommen. Gebärmutter und Gebärfähigkeit bleiben dabei erhalten. Das gewonnene Gewebe wird weiter untersucht. Die Konisation kann auch eine therapeutische Wirkung haben. Bei PAP IVb besteht Verdacht auf ein Mikrokarzinom.
PAP V Eindeutig maligne (bösartige) Tumorzellen nachweisbar. 
Starker Verdacht auf Gebärmutterhalskrebs. 
Sofortiger chirurgischer Eingriff notwendig (Konisation oder Entfernung der Gebärmutter).

Zellveränderungen:
Die Zellen der Oberfläche des Muttermundes und des Gebärmutterhalskanals unterliegen einer ständigen Neubildung und sind von einer Reihe von Faktoren beeinflussbar, die sich alle im Zellabstrich feststellen lassen. Dabei spielt der jeweilige hormonelle Zustand (u.a. Zeitpunkt der Abstrichentnahme, Alter, Schwangerschaft, etc.) genauso eine Rolle wie Bakterien- oder Virusinfektionen mit oder ohne Entzündung. Die meisten dieser Veränderungen sind also harmlos und verschwinden entweder von selbst oder nach Behandlung.
zum Seitenanfang

Dennoch gibt es aber vereinzelt Zellveränderungen, von denen man bei längerem Bestehen bleiben doch befürchten muss, dass nach vielen Jahren eine echte Krebserkrankung auftreten kann. Glücklicherweise vergehen zwischen den ersten Zellveränderungen und der fortgeschrittenen Erkrankung viele (Latenzzeit 5 - 8) Jahre. In dieser Zeit können sich teilweise bestehende Zellveränderungen auch rückbilden, weshalb vorerst lediglich verlässliche Kontrollen erforderlich sind.

Bleiben diese Zellveränderungen über einen längeren Zeitraum bestehen, so wird mit einer Gewebsentnahme (Konisation) diese Stelle entfernt. Damit ist meistens dieses Problem beseitigt und die Patientin wieder geheilt. Nur bei Vernachlässigung der regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen (Abstrichentnahmen) kann es zum Auftreten einer fortgeschrittenen Krebserkrankung kommen.

Ursachen für die Entstehung des Gebärmutterhals- und Muttermundkrebses:
In Österreich erkrankten im Jahr 1999 insgesamt 1099 Frauen an Gebärmutterhalskrebs (1998 waren es 1250 und 1997 1355 Frauen). In den überwiegenden Fällen ist ein Virusbefall für die Entstehung von Veränderungen am Muttermund verantwortlich. 
Es handelt sich dabei um Humane-Papilloma-Viren "HPV" (Nähere Informationen zu HPV-Infektionen erhalten Sie in unserem Kapitel "Fragen und Antworten zu HPV"). 

Wir kennen derzeit über 100 verschiedene HPV-Virus-Typen, von denen 5 (HPV-16, HPV-18, HPV-31, HPV-33 und HPV-45) an der Entstehung der meisten Gebärmutterhalskrebse beteiligt sind (sog. "high-risk" Viren). 

HPV-Virusbestimmung

Da HPV-16 besonders häufig mit Krebs in Zusammenhang gebracht wird, wurde die Wirksamkeit eines neuen HPV-16 Impfstoffes an insgesamt 2392 jungen Frauen im Alter von 16-23 Jahren getestet. Nach einer mittleren Nachbeobachtungsperiode von 17.4 Monaten fand sich in der Impfgruppe keine Infektion, wohingegen in der Placebogruppe 3.8 HPV-16 Infektionen bezogen auf 100 Frauenjahre festgestellt wurden. 
Derzeit untersucht eine internationale Studie (FUTURE I "Female United To Unilaterally Reduce Endo/ectocervical Disease"), an der auch die Frauenklinik des Wiener AKH teilnimmt, die Wirksamkeit eines dreiteiligen HPV-Impfstoffes gegen die "low-risk" Viren HPV-6 und HPV-11 und gegen die "high-risk" Viren HPV-16 und HPV-18.  

 
Dank Gentechnologie ist es uns heute möglich, den Virustyp mittels eines einfachen zusätzlichen Abstriches, der ebenfalls in meiner Ordination gemacht wird, zu bestimmen.
 
Literatur:
Statistik Austria, Jahrbuch der Gesundheitsstatistik 2000.
Koutsky LA, Ault KA, Wheeler CM et al (2002). A controlled trial of a human papillomavirus type 16 vaccine. N Engl J Med; November 21, 2002; 347(21): 1645-1651. 
 

Letzte Aktualisierung/Revision : 20.12.2003

 
zurück Sitemap Home Mail an Webmaster Online-Hilfe: Lexikon Impressum und Hilfe Information drucken zum Seitenanfang
 

 

Adresse Dr. Peter Hintermüller

 
Copyright Dr. Peter Hintermüller